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Liebe Gemeinde,

ich grüße Euch wieder an einem weiteren Sonntag, an dem wir nicht wie gewohnt in unserer Kirche Gottesdienst feiern können. Ich hoffe und bete, dass das bald wieder möglich sein wird – aber, dass das nicht der nächste Sonntag sein wird und wohl auch nicht der übernächste, das ist uns allen klar.

Solange ich es Euch nicht in der Kirche zusprechen kann, wünsche ich euch ein weiteres Mal zuerst das Wichtigste, was ich euch wünschen kann: Gottes Segen und seinen Beistand für die neue Woche.

Da die Kirchenbänke noch immer leer bleiben müssen, will ich Euch einen weiteren nicht so bekannten Ort in unserer Kirche zu zeigen: die Glocken. Drei sind es hier in Nickelsdorf. Dies große Glocke wurde 1954 feierlich in Betrieb genommen. Ihre Vorgängerin war im 2. Weltkrieg zur Herstellung von Waffen oder Munition eingeschmolzen worden. Auf dieser Glocke ist eine Inschrift angebracht: "Wachet und betet – zum Gedächtnis an unsere gefallenen Brüder."
Damals war das ganz wortwörtlich zu verstehen: Alle hatten die vielen jungen Männer vor Augen, die im Krieg gefallen waren. Und jedem war das eine Mahnung, dass man es nie wieder so weit kommen lassen darf, dass die Völker in einem Weltkrieg Verderben und Tod übereinander bringen.

Manche Politiker reden jetzt auch davon, dass wir uns in einem Krieg befinden – nämlich gegen das Coronavirus. Davon halte ich nicht viel. So schrecklich die Bilder sind, die uns jetzt aus Krankenhäusern in Spanien, Italien und New York erreichen, ein Krieg ist weitaus schrecklicher und jetzt von Krieg zu sprechen, würde den Schrecken eines echten Krieges nur verharmlosen.

Aber den Spruch, den kann man auf unsere Zeit jetzt gut übertragen, wenn wir an die schwerkranken Menschen in den Spitälern dieser Welt denken, die vom Virus zu Fall gebracht wurden. Sie brauchen es, dass wir an sie denken, für sie beten und uns dafür einsetzen, dass ihnen so gut wie möglich geholfen wird.

"Wachet und betet – zum Gedächtnis an unsere gefallenen Brüder – und Schwestern." Momentan denkt mancher Staat zuerst an sich selbst und wie er möglichst als erster an die begrenzten Schutzmaterialien herankommt. Das ist menschlich verständlich und auch ich möchte, dass wir in Österreich so gut wie nur irgend möglich geschützt sind. Und doch ist es wichtig und eine Botschaft unseres christlichen Glaubens, dass wir gerade in solchen schwierigen Zeiten wie jetzt, besonders an die denken, die übrig bleiben und unsere Hilfe und unseren Beistand besonders brauchen.

Glocken werden seit über 1000 Jahren in unseren Kirchen eingesetzt, um die Gemeinde zum Gottesdienst zu rufen – was momentan leider nicht geht - und sie rufen zum Gebet, zum Hören auf Gottes Wort. Daran hindert uns auch jetzt niemand - und das ist wichtiger denn je.

In diesen Tagen gibt es eine ganze Menge Aufrufe, die uns erreichen. Ab Morgen sollen, besser gesagt müssen wir nun alle in den Geschäften einen solchen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieses besonders schöne Exemplar habe ich von den Koryphäen in Neusiedl. Wenn alle solche Masken tragen, wird die Gefahr, dass jemand angesteckt wird viel geringer, deshalb finde ich diesen Aufruf gut. Aber da ich hier bei den Glocken allein mit meinem Sohn bin, kann ich die Maske erstmal wieder abnehmen.

Neben diesen oft wichtigen und guten Rufen aus der Welt gibt es noch den Ruf Gottes, und der ist heute am Sonntag, finde ich, wichtiger als alles andere, was man irgendwie auch wann anders machen kann. In Psalm 95 ist der Ruf Gottes sehr eindrücklich beschrieben:

1) Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!
2) Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!
3) Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.
4) Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein.
5) Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet.
6) Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
7) Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet:

Damit Gottes Wort gehört werden kann, wollen meine Frau und ich in der Passionswoche, die morgen beginnt, an jedem Tag ein paar kurze Lieder und einen biblischen Text online stellen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gottes Segen für die neue Woche.

So gehet hin im Frieden des Herrn.

Der Herr segne und behüte dich. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe Dir Frieden. Amen.

Auf Wiedersehen und, so Gott will, bis zum nächsten Sonntag!

Ihr Pfarrer Mag. Sönke Frost

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